Freitag, 25. Oktober 2013

Ein typischer Bestrahlungstag im Leben des Brustkrebs-operierten Rudi K. Sander, alias dieterbohrer aka @rudolfanders

Niemand weiss, und niemand kann wissen, (weil ALLE Zukunft opak ist), was ihn morgen treffen, gar tödlich bedrohen kann. Auch ich hätte mir doch niemals träumen lassen, als Mann jemals einen Gynäkologen aufsuchen zu müssen, weil die befürchte, dann auch die bereits erwartete Selbstdiagnose hiess: Brustkrebs ?

Heute, wo alles gut und ausgesprochen glimpflich verlaufen ist, heute bin ich 84 Jahre alt. Es ist der 26. Oktober 2013, und am kommenden Heiligen Abend soll ich - wenn es die Götter so beschliessen - also 85 Jahre alt werden. Keine Garantie dafür, nicht einen Tag später, vielleicht durch einen Schlaganfall, wie eine morsche Eiche gefällt zu sein. Schnell tritt der Tod den Menschen an, heisst es warnend, zur persönlichen Besinnung aufrufend, in der Bibel. Auf der anderen Seite mahnt der Dichter (Thomas Mann): Du sollst dem Tod keine Macht einräumen über das Leben.

Es war bis Mitte 2011 so, wenn ich nackt war, (im Bad), umfasste ich oft meine alte Fettbrust und sagte, (besonders wenn meine strenge und gern über die Borniertheit der Männer im allgemeinen herziehende Schwester gerade anwesend war): Nun, Körbchengröße 2 bekomme ich allemal zusammen. Tatsächlich hatte ich im besagten Alter solch eine beträchtliche Mädchenbrust. Und dann traf mich vollkommen unerwartet & unvorbereitet das Ereignis: In meiner rechten Brust erfühlten meine erschrocken tastenden Finger einen "Fremdkörper", eine zunächst noch weiche Geschwulst von der leicht zu ertastenden Größe eines - sagen wir so - eines Sahnebonbons.

Was tut mensch in einer solchen Lage? Nun, ich beschloss, im Hinblick auf mein nun wirklich schon hohes Alter, die Sache einfach zu ignorieren. Ich sagte mir einsichtsvoll und gelassen: Deine Zeit, mein lieber Rudi, die ist gewiss ohnehin bald herum.

Das konnte ich ungestraft etwas anderthalb Jahre so durchhalten. Zwar musste ich mir - von Monat zu Monat - ehrlicherweise eingetehen, dass mein ungebetener Besucher keineswegs von selber verschwinden wollte, im Gegenteil: die Geschwulst wuchs und wuchs, langsam zwar, aber unübersehbar. Es bildte sich zweierlei heraus: 1) so etwas wie eine (stumpfe) Spitze, eine Zuspitzung der Situation, sozusagen, und 2) das Ding, wie ich es im Stillen bei mir längst nannte, dieses Ding wuchs und breitete sich - anscheinend unaufhaltsam - in meiner recht Brust aus.

Und dann kam die entscheidende Sekunde mitten in der Nacht: ich lag entspannt im Bett, rechts neben mir das digitale Radio, ich hörte - wie schon in so vielen Nächten - HR2/Kultur: Klassik um Mitternacht. Auf einmal, plötzlich & unerwartet, empfing die Geschwulst in meiner rechten Brust einen ersten und gleich einen gewatigen Stich, als hätte mir eine böse Fee oder eine tolpatschige Krankenschwester, (wenn es so etwas überhaupt gibt), mit einer Stricknadel in die Brust und dort genau in die Mitte meiner dortigen Geschwulst gestochen. Wenn ich die Linke Hand auf meine rechte Brust legte, die ganze Brust samt der ihr innewohnenden Wucherung zärtlich umschloß, dann beruhigte sich diese Lage bald wieder. Mir war aber sofort und sogleich klar: SO kannte das nicht weiter gehen: ich musste nolens-volens den Hausarzt aufsuchen

Dies umso mehr, weil mich - ebenfalls seit langem und gleichermaßen von mir ignoriert - am linken Fuss, am zweitkleinsten Zeh (Nr. 4) eine gewaltige offensichtliche Fettgeschwulst so behinderte, dass das Anziehen schlanger & eleganter Slipper sich von ganz alleine verbot. Ich suchte also - nun postwendend - meinen Hausarzt auf und sage zu ihm: Herr Doktor, ich habe ZWEI Probleme, ein Kleines & ein Großes ! Nun, meinte er gelassen (cool, sagt die Jugend heute), dann zeigen sie mir mal zuerst das kleine Problem. Ich zog links Schuh & Strümpfe aus und er betrachtete sich gründlich den Zeh, (einschliesslichh eines gemeinen Drückens), bei dem ich verkniffen aufschrie.

Und nun das Große! hiess es dann. Ich befreite mich vor seinen Augen von Pullover, Hemd und Unterhemd, und siehe da: Dem Arzt fiel geradezu sein Unterkiefer herunter. Ach du meine Güte, war zunächst alles, was er staunend und verwundert hervorbrachte. Dann wurde er aktiv und rief sofort einen bekanten Frauenarzt in der nahen Landeshauptstadt an. Der zögerte (als er hörte: ich habe hier einen Privatpatienten) nicht lange und bestellte mich schon zum nächsten Morgen bei sich ein. Das erste, was er mir sagte, als er sich - nach meinem Auskleiden - meine recht Brust betrachtet und auch gründlich ertastet hatte: 1) Eine Mammogarphie schenken wir uns, weil das - bei Männern umso mehr - auch schon für Frauen (oft) eine schmerzhafete Prozedur ist, wegen der unvermeidlichen Pressung. 2) Wir machen jetzt hier & sogleich eine gründliche Ultraschalluntersuchung, wobei ich - zur Sicherheit - sofort die rechte Achsel in die Betrachtung einbeziehen werde, weil mensch nie ungeprüft wissen kann, ob diese Wächterknoten nicht bereits affiziert sind. Und das Eine sage ich ihnen schon jetzt: um eine dreifache Biopsie werden sie nicht drumherum kommen. Ich wurde immer kleinlauter.

Der Ultraschall ergab: 1) eine scharf von ihrer Umgebung abgegrenzte etwa Hühnerei große Geschwulst. Die scharfe Abgrenzung liess Hoffung aufkommen, das Gewächs könnte am Ende gutmütig sein. Auch die leichte Verschiebbarkeit des Ganzen sprach gegen maligne Verhältnisse. Die Härte dieser stumpfen "Spitze" an der Geschwulst liess dagegen eher das Gegenteil befürchten. Er sei schliesslich nicht der liebe Gott, meinte der ziemlich still gewordene Gynäkologe und rief die große Klinik der Landeshauptstadt an, um einen schnellen Termin zu machen. Der wurde uns auch gewährt: es war Freitag: am drauf folgenden Montag um zehn Uhr wurde ich dort einbestellt.

Vor lauter Aufregung war ich fast eine Stunde zu früh in der gynäkologischen Ambulanz: lieber wollte ich dort in meinem neuesten Buch lesen, als unsicher auf- & abgehend zu Hause herumzutigern. Prompt kam ich fast sofort dran: eine humorvolle, die Männer verspottende (Helden) weissrussische Ärztin und Spezialistin, (so nannte sie mein Professor, der mich perieren würde, falls ...), die nahm mich auf ihre wohl tuende ironische Art meiner an. Die Biopsie (in drei Achsen, um sicher zu sein, böses Gewebe auch gewiß zu erhaschen), war zwar nicht angenehm, aber auszuhalten.

Ums es kurz zu machen, das histologische Ergebnis dieser Biopsie war negativ; Diagnose: malignes Carzinom bei ausgebreiteter Affizierung der rechtsseitigen Lympfknoten in der Achsel. Jezt war die Lage ernst, (aber nicht hoffnungslos). Anordnung des behandelnden Professors: In zwei Tagen startet die international übliche Tripel-Untersuchung: 1) Lungenuntersuchung; 2) Untersuchungen aller wesentlich inneren Organe, die sich als Ort etwaiger Metastasen eignen: vorrangig die Leber, aber auch Nieren, Galle, Magen, Bauchspeicheldrüse etc. und 3) ein Szintogramm (mit radioaktivem Technecium, ein Stoff der wahl, wegen seiner - einstellbaren - sehr kurzen Halbwertzeit, in meinem Falle von bloß 12 Stunden): nach 60 Stunden, nach 5 Zerfallszyklen, würde die Aktivität des Techneziums im Körper NUR noch 1/32tel der ursprünglichen Aktivität betragen, (und damit als relevanter Strahler im Körper empirisch zu vernachlässigen sein).

Ergebnis dieser Dreifachtour durch (fast) alle Möglichkeiten, sich technisch ein Bild der möglichen Metastasenlage zu machen, ergab: keinen erkennbaren Anzeichnen maligner vagabundierender Zellen im Körper des Patienten ! Der Professor war nun in der Lage und ausgestattet mit der Gewissheit: Übermorgen wird operiert. Er erklärte: er mache einen großzügigen Sichelschnitt im guten Halbrund um die Brust herum, und diesen Schnitt würde er sogleich um ein Weniges verlängern, hin zu den Lympfknoten in der Achsel. Welcher Knoten schon angegriffen sei, das könne mensch besser ertasten als durch Röntgen fixieren. So sollte es dann auch geschehen: Die Anesthesistin erklärte mir Umstände und etwaige Folge der unumgänglichen Vollnarkose.

Kurz: So geschah es, (nach international routiniert gesegnetem Procedere). Als ich wieder aufwachte, war alles vorbei und alle aktiv Beteiligten schienen es auch zufrieden zu sein. Nun kam die Alltagsroutine des Krankenhauses, getragen von den unermüdlichen Schwestern & Pflegern der Abteilung B 43.  Offenbar wegen meines Alters genoss ich das (umstrittene) Privileg eines schönen Einzelzimmers im dritten Stock mit gutem Blick auf Mainz, mit der fernen ZdF-Zentrale Lerchenberg,   und auf die Rheinschleife bis hin zu schwach erkennbaren Hindenburgbrücke, die Wiesbaden mit Mainz verbindet. In der vernähten (und verklebten), also prakisch schon verschlossenen Brustwunde und im Achselschnitt steckte jeweils ein Kunststoffschlauch, an dem eine Glasflasche hing zum Auffangen der ununterbrochenen & schier unaufhörlich fliessenden blutroten Lymphe. Ich konnte & durfte sofort aufstehen, musste dabei aber - mit aller gebotenen Sorgfalt, (in einer Tasche, gefertigt von den fleissigen Händen eines Trostkreises brustkrebsoperierter Frauen, die ja bei dieser Indikation mit 97% der Fälle eine stabile traurige Mehrheit bilden): auf hundert BK-Fälle kommen statistisch also 3 Männer ! Es sind die "weichen" Männer, die Softis, (wie die nie zufriedenen Frauen heutzutage zu sagen pflegen), die Männer also mit dem allzu großen Anteil im Hormon-Mix an Östrogenen.

Nach einer Woche konnten die beiden Schläuche entfernt werden. Etwa drei Flaschen pro Schlauch hatte mein angeschnittener armer Körper produziert. Als meine Entlassung anstand, (die Gynäkologen wussten ja nix von meiner unangenehmen Fettgeschwulst am zweitkleinsten Zeh links), da zeigte ich - abends - einem älteren Pfleger, zu dem ich ein besonderes Vertrauen gefaßt hatte, diesen Zeh. Der bestätigte sofort meinen Eigendiagnose und trug dies umgehend in die Kontroll-Kladde ein, die über einen jeden Patienten akribisch geführt wird. Diesen Fall übernahm sogleich - ohne dass ich mein Zimmer wechseln musste - die Allgemeine Unfall-Ambulanz, die einem anderen Professor unterstand, der mir an dem befallenen Zeh dann auch - nachdem man mir sofort den linken Fuss geröntgt hatte - am folgenden Tag die ersten beiden Glieder dieses aufmüpfigen Körperteil entfernte. Diese beiden Glieder könnte ich also - gesetzt den Fall des Falles - erst beim jüngsten Gericht wieder erhalten.

Mein Gynäkologieprofessor hatte mir versprochen, (wegen meines Alters): 1) Keine Chemotherapie, 2) Auch keine REHA: ich solte im vertrauten Wohnumfeld verbleiben, 3) Fünf Jahre lang täglich eine
Tamoxifen-Tablette (abends) schlucken, (dann werde ich 90 sein !). Zusätzlich bekomme ich nun noch 28 Tage lang eine hochenergetische Bestrahlung von stark beschleunigten Elektronen, die sich bei solchen Geschwindigkeiten wie harte Photonen verhalten und eine radioaktive Strahlung ersetzen sollen, die viel unangenehmer für den Patienten wäre. Das Gerät ist ein sogenannter Linearbeschleuniger der Firma SIEMENS namens "Artíste".

Ergebnis: Ich fühle mich wohl und gesund, ja gleichsam so gesund wie nie zuvor in meinem Leben. Ich bin heiter & guter Dinge. Ich gehe auf (viele, - fast - alle) Leute zu, und die Leute erweisen mir sichtlich Empathie. Diese sich täglich sich erneuernde und sogar verstärkende Gefühl des "Schwebens im Leben" erhebt mich über den bislang gewohnten Alltag hinaus, macht mich dankbar, weise und demütig. Ich verbeuge mich vor der Medizin als gesellschaftlicher Institution und arbeitsteiliger Organisation.

Rudi K. Sander alias dieterbohrer aka @rudolfanders  oder auch: www.rudi-sander.de  oder:

http://supersozius. wordpress.com  oder:  http://Berlinerschnauze-Berlinerstolz.blogspot.com .

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Die heimliche Lust des Beobachtens der unbeobachteten Beobachter

Jeder kennt dieses Idyll, dass im allgemeinen dem Dorf- oder Kleinstadtleben zugeschrieben wird: Ein offenes Fenster, mehr oder weniger versteckt, IM Fenster eine Beobachterin, (es sind vorzugsweise weibliche Personen oder eben weibliche Charaktere, die an solchen Fenstern, gestützt auf ein Kissen, damit die Unterarme nicht einschlafen, aus solchen Fenstern als einsamen Beobachtungsposten herausschauen), um eben was zu tun? Richtig, um die Welt zu beobachten in all ihren unaufhaltsamen Veränderungen, die aber vorzugsweise von Menschen verändert werden, wenn mensch absieht vom Wachsen aller Pflanzen und von den nicht stillzustellenden mehr oder weniger hektischen Bewegungen aller Tiere. Das beweglichts aller Tier aber ist der Mensch: homo dynamis.

Nun gibt es zu dieser allgemeinen und hier im vorangegangenen kurzen Text generalisierten Situation individuellen Beobachtungsbemühens ein durchaus großstädtisches Pendent: 

Das Beobachten durch Beobachter, die still und ein eigenes privates Tun simulierend, an einem kleinen Tisch sitzen, und die dennoch nicht mehr und nichts Besseres zu tun haben, - und sei es durch bewusst verharmlosende Seitenblicke - es sind die Nachmittagsgäste in den Caféhäusern.

Ein solcher Beobachter der anderen - sich unbeobachtet fühlenden - Beobachter war ich - als ein - krank geschriebener Müssiggänger - heute Nachmittag im Café Maldaner in Wiesbaden. Dieses Café ist - nach schriftlicher Überlieferung - rund zweihundert Jahre alt. Es wurde also lizensiert um 1813, also zur Hoch-Zeit der napoleonischen Herrschaft. Wiesbaden war damals der Hof und Regierungssitz des Großherzogtums Hessen/Nassau. Der kameralistisch geschulte und ökonomisch entsprechend denkende damals dieses kleine Ländchen regierende Großherzog wollte das Wortschaftsleben in seinem Aufmerksamkeitsbereich ankurbeln, (ein Ausdruck, den es so damals noch gar nicht geben konnte, weil ja schliesslich das Automobil durch die Herren Benz und Daimler noch gar nicht erfunden war. Es gab schliesslich nicht einmal die Eisenbahn, auch noch nicht in England).

Zwei Männer traten als Entrepeneure, so nannte mensch Unternehmer damals, an diesen für alles Neue aufgeschlossenen Großherzog herran mit der Bitte, ein "Geschäft" eröffenen zu dürfen: Der eine von diesen beiden dynamischen Personen war ein Apotheker, der andere ein Kaffeeröster. Und so kam das damalige ländliche Städtchen Wiesbaden, - das allerdings, als Siedlung selbt "uralt" gewesen war, denn schon die Römer kannten es, weil sie hier eine kleine Kohrte zur allgemeinen Grenzsicherung, (dem LIMES), unterhielten. Diese soldatischen Römer, als badesüchtig bekannt und im allgemeinen auch vertraut mit dem Heranschaffen von Wasser, wenn das vorhandene zu allgemeinen Zwecken nicht ausreichte, (Aquädukte), die Römer hatten entdeckt, dass in den Wiesen der kleinen Barbarensiedlung heisse Quellen sprudelten. Deshalb nannten sie in ihren monatlichen Berichten nach Rom diesen Ort: Wisibada !

Beide der genannten Geschäftsgründendungen haben die (Kriegs)Wirren aller folgenden Zeiten bemerkenswert gut überlebt, beide in der sogenannten Marktstrasse: Erstens die "Apotheke zum Hirschen" und zweitens das Café "Maldaner", bennant nach dem dem Namen des Gründers, dieses Kafeerösters und Konditotmeisters, der die zweihundertjährige Tradition des immer flott besuchten Hauses der Geselligkeit begründete.

Als ich - als Dreiundzwanzigjähriger - im Jahre 1951 aus dem damals kommunistischen Ostberlin retirierte und mich - mit Hilfe meines Vaters, der seinerzeit Referent war im sich dummerweise so nennenden "Statistischen Bundesamt", (anstatt das es richtig hiesse: Bundesamt für Statistik; es gibt ja auch - zum Beispiel - das begrifflich analoge Pendent eines Bundesamtes für Wasserwirtschaft). Mein Vater war in dieser Behörde zuständig - und damit aus dem Kreise aller anderen Referenten herasgehoben - für die gesamte Systematik der Waren-Numerierung, für das sogenannte Bundes-Warenverzeichnis. Nach dieser systematischen Auflistung ALLER im Lande hergestellten Waren und sonstigen Gütter, danach also hat ein jedes in Mengen produzietes DING eine zehnstellige individuellen Kennziffer, aus der ein entsprechend geschulter Fachmann die Art des gegenstandes sich erkennend abzuleiten in der Lage ist.

Über Nacht sozusagen wurde im Juli 1951 - durch einen Verwaltungsakt namens "Familienzusammenführung" - der Ostberliner Rudi K. Sander, also ich, zu einem Wiesbadener und damit auch zu einem - damals eben noch - westdeutschen Bundesbürger und zu einem wahlberechtigten Mitglied der Wiesbadener Stadtgemeinde. Meinen Lebensunterhalt verdiente ich damals als Feinmechaniker und Musterbauer in der - heute nicht mehr existierenden - Kamerafabrik ADOX in dem 1921 in den Stadtverband Wiesbaden eingegliederten, unmittelbar am Rhein gelegenen Vorort Biebrich. Um die gleiche Zeit wurde ich auch - auf eigene Initiative - ein eingeschriebener Leser und Bücherausleiher in der damals so geheissenden Hessischen Landesblibiothek (HLB). Ich bin seitdem auch ein Mitglied des sogenannten Fördervereins dieser großzügig gepanten und ebenfalls über 200 Jahre durchgehaltenen Institution, die heute den Namen trägt Wiesbadner Universitäts- und Landesbibiothek. Die Feier zu diesem Jubiläum war am letzten Samstag, es war genau der Samstag, an dem ich mit meiner Ulrike nach Koblenz gefahren war, um dort bei der Firma LÖHR, einem seit Jahren renommierten Autohaus, einen gebrauchten Kleinwagen, einen Toyot Yaris, zu besichtigen, zu fotografieren und schliesslich auch zu erwerben.

Dem Plan und den Mut, mir doch wieder ein kleines Auto zuzulegen, den fasste ich durch mein jetziges optimistischen Leben und Erleben im FLOW, wie es so schön neudeutsch heisst. Dieser Zustand hat sich bei mir ganz von selber eingestellt, nachdem ich eine Brustkrebs-OP sehr gut überstanden habe: ohne nachfolgende Chemotherapie, ohne die übliche REHA, ich brauche nach dem klugen Plan des Professors W, der mich in der HSK operiert hatte, (in der von meinem damaligen Sozialminister Dr. Horst Schmidt gegründeten modernen Klinik gleichen Namens) nur für fünf Jahre lang - nach einem international bewährten Plan und Muster - jeden Tag eine Anti-Östrogen-Tablette zu nehmen. Zusätzlich muss ich 28 Tage lang zur Bestrahlung ins Joho gehen, ins ebenfalls renommierte St-Josefs-Hospital. Und nun kommen wir - verehrte Leserin - endlich zum Kern dessen, was ich Ihnen eigentlich erzählen will:

Ich werde also über einem Zeitraum von 5 1/2 Wochen hinweg bestrahlt, (mit einer - nicht radioaktiven - energiereichen Ionenstrahlung, die eine große drehbare Maschine aud Phtonen erzeugt). Mensch merkt die Bestrahlung nicht: ich habe davon - bislang - keinerlei Beschwerden. Im Gegenteil: Das - von (fast) ausschliesslich Frauen geleitete Bestrahlungsritual macht mich (im Anfang neugierig) jetzt heiter, und deshalb fahre ich an jedem Nachmittag, von Montag bis Freitag, NACH der Bestrahlung, mit der Taxe, (eine von der Krankenkasse im Rahmen der Nachbehandlung getragene Leistung), als sogenannte "Krankenfahrt" vom Joho ins Café Maldaner.

Dort setze ich mich dann, mit einer kleinen Tasche aktueller Bücher, gleich rechts nach der Drehtür, die den Eingang markiert, in eine gemütliche Ecke, an einen Zweiertisch, auf eine gepolster Bank: alles sehr bequem. Das Café steht - wie wohl schon gesagt - unter Denkmalschutz, und "Maldaner" ist eingerichtet wie ein typisches "Wiener Kaffeehaus": das ist auch sein offizieller Name, nachdem - nach dem Tode des letzten Familienmitglieds - ein traditionsbewusster Iraner die Leitung dieses Traditionshaus Übernommen hatt, vor nun schon einige Jahre zurückliegend.

Da sitze ich also, esse und lese. Stets bestelle ich zuerst eine große Flasche sprudelndes Mineralwasser, (Helenenquelle). Als ich heute, vom revierbesitzenden Kellner - die Reviere wechseln täglich - (und die meisten Bedienungen sind hübsche, fleissige, höfliche junge Frauen), von Kellner also "eingewiesen" worden war, war es ein Platz gegenüber einer attraktiv angezogenen Dame von geschätzt  fünfzig Jahren. Sie war damit gut dreissig Jahre jünger als ich. Mein Herz konnte also - im Stillen - "hüpfen". Diese Dame aß ein sehr lecker ausschauendes Gericht, es war Hirschgulasch mit Tiroler Klößen. Mir lief sogleich das Wasser im Munde zusammen. Aber: obgleich ich es sogleich bestellen wollte, der Ober winkte ab: es war die letzte Portion des Tages gewesen, klar, ich war zehn Minuten vor Zwei gekommen, und gegen zwei Uhr pflegt im Maldaner die Essensküche zu schliessen. So bestellte ich schnell noch einen große Terrine Linseneintopf, ein dort sehr schmackhaft zubereitetes und von allen Gästen sehr oft bestelltes und geschätztes Gericht. Übrigens mit klein geschittenen Wiener Würsteln gut aufgemotzt. Um auch das hier sogleich zu bekennen: Hinterher, als Dessert, aß ich eine Rumkugel, eine sehr kalorienreiche Ess-Sünde, der ich aber nie widerstehen kann.

Weil ich an diesem heutigen Tage - wegen eines plötzlich aufgetretenen Hexenschusses etwas im Gehen behindert war, was selbstverständlich ein jeder und eine jede sofort bewerken musste, kam ich mit dieser reizenden und heiter sich gebenden Dame ins Gespräch. Was fehlt ihnen, fragte sie mich freundlich Anteil nehmend, und ich bekannte freimütig, wegen der gut überstandenen Brustkrebs-OP nun täglich in die Klinik zu müssen, mit der - angenehmen - Folge, dann auch an jedem dieser Bestrahlungstage ins Maldaner zu kommen. Die Dame stutzte, erklärte sogleich ihre Anteilnahme, setzte aber hinzu - ebenso freimütig bekennend - ihr Ehemann sei gewiss schlimmer dran - deshalb war er auch nicht dabei - weil er seit Jahre Zucker habe (Diabetes), und zu allem Überfluss nun auch noch an Nierenversagen leide und deshalb dreimal die Woche zur Dialyse müsse. Nun war es an mir, mein Mitgefühl, meine Empathie, zu artikulieren. Wir beide Hübschen - wie man in Berlin zu frozzeln pflegt - wir verstanden uns also auf anhieb. Es war eine für beide Seiten sehr angenehme Zweierbezeihung, von den modernen Luhmann-Soziologen Interaktion genannt, und zwar immer dann, wenn der Beobachter, als ein Beschreiber der dann möglichen Kommunikation unter Anwesenden, diese kommunikative Situation - als einen Gedankenaustausch, als ein gegenseititiges Herantasten an ein mögliches, aber erst einmal zu schaffendes Miteinander - wenn der Beobachter, als ein Beobachter Zeiten Grades, (so nennt man das im systematischen Konstruktivismus), wenn er diese Situation - beobachtend - eben so beschreibt, (wie ich das hier gerade tue).

Es war offensichtlich, ich hatte diese Dame mir gegenüber sozusagen als Frauenpflüsterer "erreicht" mit meinem Geschäkere, denn als sie ging, ich hatte ihr sogar meine Karte gegeben, war sie auf unmissverständliche Weise sehr heiter. Aber nun war sie eben weg, und ich war zunächst einmal wieder für mich - lesend - allein.

Dann kam eine ganz andere Dame. Die habe ich sofort - sie hatte zwar fast weisse (weissgraue) Haare, aber: einen demonstrativen Herrenschnitt - die habe ich sofort (aus dem Bauch heraus) für eine Pfarrerin gehalten. Sie legte ihre Jacke über ihren Stuhl und erklärte - mit einem heiteren Gesicht - ich solle darauf aufpassen, sie gehe nun zu der überbordenden Kuchentheke, um sich etwas für sie passendes, wonach ihr nun gerade der Sinn stünde, auszusuchen. Flugs legte ich ihr ebenfalls meine Visitenkarte auf den blanken Tisch, so, dass sie diese Nachricht beim Zurückkommen gewiss sehen musste. Daneben legte ich ein nagelneues kleines Büchlei, das ichvor zwei Tagen in der Evangelischen Buchhandlung in der Schwalbacher Strasse erworben und erst knapp zehn Seiten darin gelesen hatte. Dieses kleine Druckwerk trug denTitel "Ich halte dich - Gott", Warum wir vertrauensvoll leben können, von Jürgen Werth, erschienen bei GerthMedien Asslar, Verlagsgruppe Random House, (2013). Gedacht war das so: Sie sollte zurückkommen, voller Vorfreude auf ihren von ihr selber ausgesuchten Kuchen, sollte erkennen, was ich doch für ein höflicher und kommunikationsfreudiger Mensch und damit ihr unterhaltsames Gegenüber sei, und ich wollte ihr das Buch zur temporären Nutzung (vulgo: Lesen) überlassen.

Aber es sollte vollkommen anders kommen:

Sie kam tatsächlich mit dem erwarteten und schon beobachteten heiteren Gesicht zurück. Doch als sie meine Karte erblickte und das daneben liegend Buch mit seinem graphisch so gestalteten Titel, dass dieser Titel einem richtig ins Auge springen muss, da wurde diese Dame, diese "Pfarrerin", (für die ich sie ja spontan hielt), da wurde sie - wie mensch sagt - "leichenblass" und fing an zu stottern. Zuerst verwirrte mich das, denn ich dachte, nanu, dachte ich, WAS hat sie denn mit einem Male?

Sie fasste sich aber schnell - die Blässe in ihrem Gesicht blieb aber fest verankert - und sie erklärte: Ich glaube an diesen personalen Gott da oben, und ich glaube auch daran, dass Er all unser Leben und all unser Tun gestaltet und begleitet. Nun werden sie verstehen, dass ich auch sofort entschlossen bin, zu glauben, dass Er sie mir geschickt hat, damit sie mir dieses Buch offenbaren. Und dieses Buch leuchtet mir zwar sofort ein, weil es ja meinen festen Glauben bestätigt, aber: Es erschreckt mich auch, denn: ich fühle mich nun von IHM & von ihnen "ertappt", (obgleich sie ja mit großer Sicherheit gar nicht wissen können, WAS mir in den letzten verganegenen Tagen wiederfahren ist: ein schlimmer Bruch, eine Trennung, ja schlimmer, ich wede nun wohl packen und wegziehen müssen). Ich sagte zunähst gar nichts. Dann stotteret nun meinerseits ich, wie sie zuvor, und ich erklärte ihr, das Büchlein war von mir dort lediglich als eine kleine Unterhaltungsmöglichkeit hingelegt worden. Aber sie setzte sich gar nicht mehr. Sie rief - sichtlich nervös - den für dieses Revier zuständigen Oberkellner, zahlte mit zittrigen Händen, zog ihre Jacke an und verschwand flugs und auf der Stellem ohne zu grüßen und ohne sich noch einmal nach ihr umzudrehen !

Somit war ich wieder - als der erzählte Beobachter der unbeobachteten Beobachter: der Gäste - allein in meiner kleinen gemütlichen Ecke.

Am linken Nebentisch zu mir, auch einem Zweiertisch, wo die beiden Gäste plaudernd einander gegenüber sitzen können, dort saß ein bemerkenswertes Paar. Es war schon VOR der "Pfarrerin" erschienen. Und weil er so laut sprach, konnte und musste ich einiges von dem mithören, was er seiner Tischdame zum Besten gab. Tenor seiner auftrumpfenden Erzählungen war: SEINE Reisen ! Es war auch mir bald klar, dieser Mann war schon "überall" gewesen. Kurz: er protzte mit seinen Weltkenntnissen, die Hessen pflegen hierüber zu sagen: er strunzte ! Als nun die "Pfarrerin" verschwunden war, versuchte ich, ihn in seinem Wortschwall zu unterbrechen, um diesem Pärchen klar zu machen, (die Frau diesem Manne gegenüner war sehr hübsch und überaus elegant gekleidet), WAS mir doch hier soeben - offensichtlich vollkommen unbemerkt von diesen Beiden - widerahren sein. Obwohl ich lang ausholem wollte, unterbrachen sie mich Beide und erklärten, meine Erklärung des Vorfalls sei ja wohl überzogen, und im übrigen interessierten ihnen beiden solche Geschehnisse am Nebentisch überhaupt nicht. Also blieb ich mit meiner - für mich - aufregenden Pfarrerinnengeschichte allein.

Es gab an diesen Zweiertisch sofort danach noch eine dritte Begegnung, wiederum ganz anderer und eigener Art. Es erschien - wie sich schnell herausstellte . eine Dame aus Mainz, also einen Määnzerin. Sie war der Typ gutmütige Frau, adrett und ordentlich, aber vollkommen unauffällig gekeidet. Sie komme zwar selten, aber sie komme gerne hierher ins Wiesbadner Madaner, erstens wegen des überaus guten Kuchens, den mensch allseit lobe, und zweitens, weil es eben ein solches uraltes und romantisches Café ja in Mainz nicht gebe. Sie trank flugs einen Cappuccino und verzehrte ein hübsch garniertes kleines Törtchen, das so gut gestaltet aussah, dass ich mir ebenfalls eines davon bestellte. Weil sie es eilig hatte, verschwand sie anschliessend, ohne das wir weiter viel mehr miteinander geplaudert hatten.

Als dieses verbal vögelnde Pärchen von meinem linken Nebentisch, das offensichtlich nicht verheiratetet war, nach kurzer Zeit gegangen war, erschien einen "Oma", (es stellte sich später heraus, es war KEINE Oma, sondern eine "beste Freundin" mit den beiden ihr anvertrauten siebenjährigen Mädchen). Beide Mädchen - auf Befragen - erklärten, sie gingen seit heuer bereits zur Schule, jetzt aber seien ja drei Wochen Ferien. Ich fragte beide nach ihrem Namen, aber sie waren zum Antworten zu schüchtern, so dass die "Oma" für sie antwortete: es waren Elén und Jiff ! Ich war verblüfft. Die "beste Freundin bestellte für sich nichts, weder zu essen noch zu trinken, und die beiden Mädchen bekamen - offensichtlich von beiden gewünscht - je eine frisch gebackene Waffel mit Sahne und mit einer Soßiere voller flüssiger Schokolade. Als alle drei nach ihrer kleinen Mahlzeit das Café wieder - mich heiter grüßend - verliessen, hatten alle drei, dem Zeitgeist gemäß, jeder ein Rucksäcklein auf dem Rücken.

Ich zahlte dann bald auch. Und als ich aufstand, um zu gehen - ich wollte vor meiner Heimfahrt nach Bad Schwalbach noch zu SATURN, mir für kommenden Samstag ein neues Navi zuzulegen - da stand schon wiedr ein hübsches und überaus sympathische mittelalterliches Pärchen bereit, mein Zweiertischchen mit Beschlag zu belegen.

Ich fuhr dann zum Hauptbahnhof, ging ins (runde!) "Liliencarré", einer rund gebauten Shopping Mail, fuhr in den Zeiten Stock zu SATURN und kaufte mir kurz entschlossen und "auf Anhieb":
1) Eine kleine Wetterstation, (für die Aussentemperatur);
2) Eine Einschiebehülle für mein neues Smartphone "Xperie V", von HAMA;
3) Ein TomTom-Navi und
4) Ein Tablett mit Tastatur-Ständer (!) Marke LOGITECH 920-003408 KEYBOARD Case,
     (Für 79 Euro !).

Soweit der oben angekündigte Bericht eines Beobachter der unbeobachteten Beobachter im Café.
  


Sonntag, 13. Oktober 2013

Man bestrahlt mich - und ich strahle: bin aber NICHT radioaktiv !

Wegen eines ganz gewöhnlichen und hundsgemeinen Brustkrebses musste ich mich vor rund vier Wochen operieren lassen. Dieses Schicksal teile ich als einer von drei Männern bezogen auf (statistisch gesehen) 100 Brustkrebspatienten. Das heisst also - wir wissen es alle - von 100 Menschen, die sich wegen eines bösartigen Mammakarzinoms mindestens eine de beiden Brüste abnehmen lassen müssen: sind 97 dieser bedauernswerten Patienten: FRAUEN !

Dieses Schicksal verdanken die Frauen (abgesehen von der Mix-Struktur ihrer Gene, die sie zu je einer runden Hälfte ihrem Vater und ihrer Mutter schulden (normalerweise also den richtigen Eltern): sie verdanken dies letztlich auch der Natur durch den Umstand, dass es eine Korrelation gibt zwischen bösen Krebsviren und dem körperspezifischen Level des individuellen Östrogenanteils.

Nun hat JEDER Mensch, ob Frau oder Mann, beide Sexualhormone in seinem Körper, nur: bei den Frauen überwiegt zunächst einmal das Östrogen, weil es die Weiblichkeit definiert, aber: Je höher bei einer Frau der Anteil des immer auch vorhandenen Testosterons sich Bahn bricht, umso "männlicher" wird dann (statistisch betrachtet) die Frau in ihrem Wesen "erscheinen" (zum Beispiel: Haare auf der Oberlippe). Nun, beim Manne ist es genau umgekehrt: sehen sie einen "weiblichen Mann" (im Aussahen schon, vielleicht auch nur in seinem emotionalen Wesen oder in seinem "Gehabe"), speziell die "Frauenflüsterer", die "Softis", die "Weicheier" usw. dann wissen Sie: er hat zuviel Östrogene in seinem Körper.

Wer als Mann Brustkrebs indiziert ist, kann somit KEIN Macho sein. Frauen lieben zwar (häufig) solche "zärtlicheren" Männer, aber: weil Frauen ja mit ihren Kindern überleben wollen, werden selbstverständlich überwiegend die Machos von den versorgungsbedachten Frauen, die auf Nummer sicher gehen wollen, geheiratet. Der Volksmund sagt: Mit Testosteron im Laib fickt es sich gut. Frauen wissen das: will eine Frau "hart rangenommen werden" wird sie sich einen Macho in ihr Bett holen. Will sie Zärtlichkeit (cunnilingus) haben, (oder auch selber die Fellation präferieren), wird sie von selber zu einem Softi ins Bett springen.

Ich bin also - rechts - wegen Brustkrebs operiert werden: Mit einem groß angelegten "Sichelschnitt" wurde die gesamte innere Brust entfernt, einschliesslich der Brustwarze. Weil aber auch die Lymphdrüsen in der rechten Achselmulde affiziert waren, mussten sie ebenfalls alle entfernt werden, (alles "in einem Abwasch").

Normalerweise wird eine solche Patientin (und ein solcher Patient) mit einer Chemotherapie "beglückt", weil kein Chirurg der Welt "alles" beim Wegschneiden erwischen kann. Es muss immer damit gerechnet werden, das potente Krebszellen im Körper vagabundieren. Die Chemie präpariert diese bösen Zellen so, dass das jeweilige Krebsmedikament gezielt an ihnen "andocken" kann, um sie schliesslich zu vernichten. Anschliessend - oder gleichzeitig - geht ein Chemotherapiepatient mehrere Wochen in eine REHA-Klink, um seine Normalisierung wieder in den Griff zu bekommen.

Der Professor, der mich operiert hat, Direktor eines zertifizierten "Brustzentrums(, also ein Gynäkologe), hat verfügt:
1) wegen meines Alters (ich bin 84) KEINE Chemo;
2) aus gleichem Grund auch keine REHA: "bleiben sie in ihrem gewohnten sozialen Umfeld";
3) ersatzweise nehme ich - wie die meisten Frauen auch in solcher Lage - nun (nach internationalem Standard) 5 Jahre lang ein Medikament (eine Tablette/Tag) namens "TAMOXIFEN".

Tamoxifen kann - laut Beipackzettel - zahlreiche schwere Nebenwirkungen mit sich bringen, und zwar immer nach den statistischen Parametern 1: 10.000 bis 1:100.000 der anliegenden Fälle. So etwas liest mensch am besten als Patient NICHT, aber: es gibt Dinge, die man nicht missachten sollte: für mich war der wichtigste Punkt, dass 1:1000.000 Patienten auch erblinden können; weilch ich mich vor 10 Jahre auf beiden Augen hatte am GRAUEN STAR operieren lassen, mit dem Ergebnis: "sehen können wie ein Luchs oder wie ein Adler", kurz: seit diesen 10 Jahren brauche ich - in der Nähe wie auch in der Ferne - KEINE Brille mehr. Damit man später, falls schwerwiegende Veränderungen der Sehfähigkeit sich zeigen sollten, beurteilen kann, inwieweit dies überhaupt der Fall sein könnte, MUSS vor der Einnahme von Tamoxifen ein Sehfähigkeitstest gemacht werden. Das hat an zahlreichen Prüfinstrumenten rund zwei Sunden in Anspruch genommen.

Eine weitere Sicherheitsmaßnahme ist, oft allgemein, bei mir aber in der Hauptsache, eine Bestrahlung des gesamten rechtsseitigen Operatiosfeldes angesagt. Und zwar sind 28 Tage mit schwachen Strahlungsdosen indiziert. Vier Tage Tavon habe ich hinter mir, ohne die geringsten Beschwerden. Ich denke (und hoffe), dass das auch so bleibt bis zum Schluss, um dann - wenigstens temporär - als "geheilt" zu gelten; (wissen kann mensch das selbstverständlich nie).

Resummee: Mir geht es gut, ich fühle mich gut, sogar viel besser - vor allem emotional - als zuvor: Meine Krankheit hat mich "gesünder" gemacht, und dafür will ich dem Schicksal gerne danken. Ich fühle mich heiter, frei und bin optimistischer als je zuvor. Meine Erfahrung: wenn ich - täglich gegen Mittag - von der Bestrahlung aus der Klinik in der Landeshauptstadt komme und durch die seit 1952 vertrauten Strassen und Einkaufmalls "bummele", dann strahle ich Heiterkeitkeit aus und gehe leichter als jemals zuvor auf alle Menschen zu, (wenn ich will): 90% reagieren mit Sympathie und Verständnis, ja es gibt ihnen "für den Fall der Fälle" ja auch Hoffnung. Ich strahle also, WEIL man mich bestrahlt !

Mal nebenbei: ich erwartete Bestrahlung mittels einer Cobalt-60-"Kanone". Dem ist NICHT so: Heutzutage ist das Bestrahlungsgerät ein sogenannten Teilchenbeschleuniger, (wie CERN in der Schweiz, nur eben viel kleiner, compakter - ohne langen Tunnel). Im Beschleuniger werden Photonen erzeugt (also "Licht", das ist einfach und unkompliziert), und diese Photonen werden - in zwei wählbaren Bereichen - SO beschleunigt, (paar Tausend Elektronenvolt), dass sie sich WIE harte Protonen verhalten - OHNE das von einem radioaktiven Zerfall die Rede sein sein kann: OBWOHL man mich bestrahlt und ich DESHALB (emotional) "strahle", bin ich NICHT "radioaktiv. Meine neue auffallende, (für mich anregende) "Aktivität" besteht im Schäkern mit den hübschen "Saaltöchtern" des Cafés Maldaner, einem Café mit 200jähriger Gastlichkeitstradition.

Rudi K. Sander aus Bad Schwalbach alias dieterbohrer aka @rudolfanders bei TWITTER oder
http://supersozius.wordpress.com  oder:  http://Berlinerschnauze-Berlinerstolz.blogspot.com


Maß halten - Maß finden

Wie oft wird IN den Medien ÜBER die Medien gelästert, den Facebookern prophezeihen sie immer gleich den Untergang der (Freundschafts)Kultur, den Twitterern wird vorschnell Süchtigkeit und Zeitverschwndung angehängt, Es ist zum Mäusemelken.

Dabei sieht mensch es hier doch ganz pragmatisch: Die Leute sind kreativ, sie sind - an vielem - wirklich interessiert, können & wollen zuhören, es gibt also gar keinen Grund zum erzweifeln.

Dabei ist es so sinnvoll und auch Sinn zulassend, die Dinge einfach einmal frei laufen zu lassen und vor allem in allem, was so um einen herum geschieht, nicht gleich immer sonst etwas zu erwarten.

Ganz schlimm ist ja die Besitzfrage. Die Weisen sagen, mensch solle stets so besitzen, als besäße er NICHT. Soll heissen, wer einen Privatjet besitzt, soll so fliegen, als flöge er mit einer Linienmaschine, wer einen SUV fährt, soll so fahren, als wäre es ein Lupo oder ein Smart, und wer überhaupt ein Auto besitzt, soll zeigen, es ginge für ihn selbstverständlich auch mit einem Fahrrad oder gar schlicht zu Fuss.

Rudi K. Sander aus Bad Schwalbach alias dieterbohrer aka @rudolfanders oder bei www.textsteller.de  (grade eine "Baustelle") und auch  http://supersozius. wordpress.com
Aller Anfang ist imer schön !

Was ist doch die Gogle+ Maschine eine großartige Einrichtung geworden. Das muss hier wirklich einmal im Klartext gesagt sein. Und welche Großzügigkeit von den Machern:

1) Alles umsonst;
2) Hervorragendes FORMULAR zum Postingschreiben;
3) welche Fülle an Tools und anderen zahlreichen Hilfmitteln, die eigenen Gedanken zu visualisieren.
4) Wenn ich SO schreiben darf, dann mag die "Oberleitung" hier so viel Werbung "reinhauen" wie sie mag und auch organisieren kann.

Jetzt bin ich bereit zu schreiben, aber:

Ich muss mich erst ein Weilchen zurücklehnen und verschaufen: Diese Überraschung war ZU groß.

Euer Rudi K. Sander aus Bad Schwalbach alias dieterbohrer aka @rudolfander und auch zu finden bei:
www.sinnweltentheorie.de  und auch bei  http://supersoziuswordpress.com

BIS BALD !