Man bestrahlt mich - und ich strahle: bin aber NICHT radioaktiv !
Wegen eines ganz gewöhnlichen und hundsgemeinen Brustkrebses musste ich mich vor rund vier Wochen operieren lassen. Dieses Schicksal teile ich als einer von drei Männern bezogen auf (statistisch gesehen) 100 Brustkrebspatienten. Das heisst also - wir wissen es alle - von 100 Menschen, die sich wegen eines bösartigen Mammakarzinoms mindestens eine de beiden Brüste abnehmen lassen müssen: sind 97 dieser bedauernswerten Patienten: FRAUEN !
Dieses Schicksal verdanken die Frauen (abgesehen von der Mix-Struktur ihrer Gene, die sie zu je einer runden Hälfte ihrem Vater und ihrer Mutter schulden (normalerweise also den richtigen Eltern): sie verdanken dies letztlich auch der Natur durch den Umstand, dass es eine Korrelation gibt zwischen bösen Krebsviren und dem körperspezifischen Level des individuellen Östrogenanteils.
Nun hat JEDER Mensch, ob Frau oder Mann, beide Sexualhormone in seinem Körper, nur: bei den Frauen überwiegt zunächst einmal das Östrogen, weil es die Weiblichkeit definiert, aber: Je höher bei einer Frau der Anteil des immer auch vorhandenen Testosterons sich Bahn bricht, umso "männlicher" wird dann (statistisch betrachtet) die Frau in ihrem Wesen "erscheinen" (zum Beispiel: Haare auf der Oberlippe). Nun, beim Manne ist es genau umgekehrt: sehen sie einen "weiblichen Mann" (im Aussahen schon, vielleicht auch nur in seinem emotionalen Wesen oder in seinem "Gehabe"), speziell die "Frauenflüsterer", die "Softis", die "Weicheier" usw. dann wissen Sie: er hat zuviel Östrogene in seinem Körper.
Wer als Mann Brustkrebs indiziert ist, kann somit KEIN Macho sein. Frauen lieben zwar (häufig) solche "zärtlicheren" Männer, aber: weil Frauen ja mit ihren Kindern überleben wollen, werden selbstverständlich überwiegend die Machos von den versorgungsbedachten Frauen, die auf Nummer sicher gehen wollen, geheiratet. Der Volksmund sagt: Mit Testosteron im Laib fickt es sich gut. Frauen wissen das: will eine Frau "hart rangenommen werden" wird sie sich einen Macho in ihr Bett holen. Will sie Zärtlichkeit (cunnilingus) haben, (oder auch selber die Fellation präferieren), wird sie von selber zu einem Softi ins Bett springen.
Ich bin also - rechts - wegen Brustkrebs operiert werden: Mit einem groß angelegten "Sichelschnitt" wurde die gesamte innere Brust entfernt, einschliesslich der Brustwarze. Weil aber auch die Lymphdrüsen in der rechten Achselmulde affiziert waren, mussten sie ebenfalls alle entfernt werden, (alles "in einem Abwasch").
Normalerweise wird eine solche Patientin (und ein solcher Patient) mit einer Chemotherapie "beglückt", weil kein Chirurg der Welt "alles" beim Wegschneiden erwischen kann. Es muss immer damit gerechnet werden, das potente Krebszellen im Körper vagabundieren. Die Chemie präpariert diese bösen Zellen so, dass das jeweilige Krebsmedikament gezielt an ihnen "andocken" kann, um sie schliesslich zu vernichten. Anschliessend - oder gleichzeitig - geht ein Chemotherapiepatient mehrere Wochen in eine REHA-Klink, um seine Normalisierung wieder in den Griff zu bekommen.
Der Professor, der mich operiert hat, Direktor eines zertifizierten "Brustzentrums(, also ein Gynäkologe), hat verfügt:
1) wegen meines Alters (ich bin 84) KEINE Chemo;
2) aus gleichem Grund auch keine REHA: "bleiben sie in ihrem gewohnten sozialen Umfeld";
3) ersatzweise nehme ich - wie die meisten Frauen auch in solcher Lage - nun (nach internationalem Standard) 5 Jahre lang ein Medikament (eine Tablette/Tag) namens "TAMOXIFEN".
Tamoxifen kann - laut Beipackzettel - zahlreiche schwere Nebenwirkungen mit sich bringen, und zwar immer nach den statistischen Parametern 1: 10.000 bis 1:100.000 der anliegenden Fälle. So etwas liest mensch am besten als Patient NICHT, aber: es gibt Dinge, die man nicht missachten sollte: für mich war der wichtigste Punkt, dass 1:1000.000 Patienten auch erblinden können; weilch ich mich vor 10 Jahre auf beiden Augen hatte am GRAUEN STAR operieren lassen, mit dem Ergebnis: "sehen können wie ein Luchs oder wie ein Adler", kurz: seit diesen 10 Jahren brauche ich - in der Nähe wie auch in der Ferne - KEINE Brille mehr. Damit man später, falls schwerwiegende Veränderungen der Sehfähigkeit sich zeigen sollten, beurteilen kann, inwieweit dies überhaupt der Fall sein könnte, MUSS vor der Einnahme von Tamoxifen ein Sehfähigkeitstest gemacht werden. Das hat an zahlreichen Prüfinstrumenten rund zwei Sunden in Anspruch genommen.
Eine weitere Sicherheitsmaßnahme ist, oft allgemein, bei mir aber in der Hauptsache, eine Bestrahlung des gesamten rechtsseitigen Operatiosfeldes angesagt. Und zwar sind 28 Tage mit schwachen Strahlungsdosen indiziert. Vier Tage Tavon habe ich hinter mir, ohne die geringsten Beschwerden. Ich denke (und hoffe), dass das auch so bleibt bis zum Schluss, um dann - wenigstens temporär - als "geheilt" zu gelten; (wissen kann mensch das selbstverständlich nie).
Resummee: Mir geht es gut, ich fühle mich gut, sogar viel besser - vor allem emotional - als zuvor: Meine Krankheit hat mich "gesünder" gemacht, und dafür will ich dem Schicksal gerne danken. Ich fühle mich heiter, frei und bin optimistischer als je zuvor. Meine Erfahrung: wenn ich - täglich gegen Mittag - von der Bestrahlung aus der Klinik in der Landeshauptstadt komme und durch die seit 1952 vertrauten Strassen und Einkaufmalls "bummele", dann strahle ich Heiterkeitkeit aus und gehe leichter als jemals zuvor auf alle Menschen zu, (wenn ich will): 90% reagieren mit Sympathie und Verständnis, ja es gibt ihnen "für den Fall der Fälle" ja auch Hoffnung. Ich strahle also, WEIL man mich bestrahlt !
Mal nebenbei: ich erwartete Bestrahlung mittels einer Cobalt-60-"Kanone". Dem ist NICHT so: Heutzutage ist das Bestrahlungsgerät ein sogenannten Teilchenbeschleuniger, (wie CERN in der Schweiz, nur eben viel kleiner, compakter - ohne langen Tunnel). Im Beschleuniger werden Photonen erzeugt (also "Licht", das ist einfach und unkompliziert), und diese Photonen werden - in zwei wählbaren Bereichen - SO beschleunigt, (paar Tausend Elektronenvolt), dass sie sich WIE harte Protonen verhalten - OHNE das von einem radioaktiven Zerfall die Rede sein sein kann: OBWOHL man mich bestrahlt und ich DESHALB (emotional) "strahle", bin ich NICHT "radioaktiv. Meine neue auffallende, (für mich anregende) "Aktivität" besteht im Schäkern mit den hübschen "Saaltöchtern" des Cafés Maldaner, einem Café mit 200jähriger Gastlichkeitstradition.
Rudi K. Sander aus Bad Schwalbach alias dieterbohrer aka @rudolfanders bei TWITTER oder
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